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Der Fachausschuss Sanierung und Insolvenz (FAS) des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) hat am 6. Mai 2014 den Entwurf eines Standards zur Beurteilung des Vorliegens von Insolvenzeröffnungsgründen verabschiedet. Der vorgelegte Entwurf kann auf der Webseite des IDW unter www.idw.de/idw/portal/d302226 als Download abgerufen werden. Bis zum 12. Dezember 2014 können zu dem Entwurf Stellungnahmen abgegeben werden. Danach ist die endgültige Ausformulierung und Verabschiedung vorgesehen. Der vorliegende Entwurf des IDW gibt auf rund 18 Seiten einen kompakten aber umfassenden Abriss zu den Insolvenzantragsgründen unter Berücksichtigung der vielfältigen hierzu ergangenen Rechtsprechung. Einführend werden die drei Insolvenzantragsgründe Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung und drohende Zahlungsunfähigkeit sowie deren gesetzliche Basis erläutert. Dem folgt eine Darstellung der Verantwortlichkeit für die Prüfung von Insolvenzantragsgründen und die für eine solche Prüfung zwingend erforderlichen Informationen.

So bereitet häufig etwa die Abgrenzung der Zahlungsunfähigkeit zur Zahlungsstockung und der Zahlungseinstellung in der Praxis Probleme. Schon die Definition der drei Begriffe ist vielfach Gegenstand von Missverständnissen. Der Entwurf des IDW Standards erläutert alle drei Begriffe und legt die Abgrenzungen zwischen ihnen klar dar. Ergänzt wird dieser Teil durch das Eingehen auf die Besonderheiten im Falle einer Teilnahme an Cash-Pool-Systemen.

Zur Überschuldung legt der Entwurf die, aus dem Gesetz nicht ersichtliche, Zweistufigkeit der Überschuldungsprüfung dar. Die am Anfang stehende Prüfung der überwiegenden Wahrscheinlichkeit einer positiven Fortbestehensprognose wird ausführlich erläutert. Dem folgt eine umfassende Erläuterung zur Erstellung des Überschuldungsstatus.

Der vorliegende Entwurf schließt mit einer kurzen Erläuterung zur Prüfung der drohenden Zahlungsunfähigkeit. Dieser Antragsgrund löst auch für juristische Personen und Gesellschaften ohne natürliche Personen als persönlich haftende Gesellschafter keine Insolvenzantragspflicht aus, sondern begründet lediglich ein Insolvenzantragsrecht.

Anmerkung: Der noch im Entwurfsstadium befindliche Standard richtet sich an Wirtschaftsprüfer. Er ist aber darüber hinaus für alle mit dem Thema befassten Personen hilfreich und lesenswert. Die kompakte und umfassende Darstellung macht ihn zu einer sinnvollen Checkliste für die Arbeit oder die Information von Betroffenen. Zudem räumen die Definitionen der relevanten Begriffe mögliche Missverständnisse aus und helfen damit, häufig anzutreffende Fehleinschätzungen zu vermeiden.