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Das IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer) hat seinen Rechnungslegungshinweis RH HFA 1.012 für die externe Rechnungslegung im Insolvenzverfahren einem Facelift unterzogen. Dies war hauptsächlich vor dem Hintergrund neuerer BGH-Rechtsprechung sowie zur Anpassung der bisherigen Rechnungslegungshinweise an die Besonderheiten der Eigenverwaltung erforderlich. Im Insolvenzverfahren ist die handelsrechtliche Rechnungslegung insofern von Bedeutung, als sie den Gläubigern weiterhin eine Übersicht über die Vermögens-, Finanz- und die Ertragslage des Unternehmens bietet und ferner als Grundlage für die Besteuerung benötigt wird. Der Insolvenzverwalter muss hierbei den handels- und steuerrechtlichen Verpflichtungen des Schuldners nachkommen, und das im Zweifel auch für Zeiträume, die vor dem Insolvenzantrag liegen. Die Reaktion des IDW auf aktuelle Rechtsprechungsentwicklungen berücksichtigt nun vor allem ein Urteil vom 14. Oktober 2014 (AZ: II ZB 20/13). Darin stellte der BGH klar, dass der Insolvenzverwalter nach Eröffnung des Verfahrens auf das bisherige Geschäftsjahr zurückkehren und hierzu ein weiteres Rumpfgeschäftsjahr bilden darf. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens beginnt handelsrechtlich stets ein neues Geschäftsjahr. Da die Eröffnung im Normalfall nicht auf das Ende eines regulären Geschäftsjahres fällt, führt dies zu einem Rumpfgeschäftsjahr vor der Insolvenzeröffnung. Nach Insolvenzeröffnung wäre grundsätzlich wieder für eine Zeitspanne von 12 Monaten Rechnung zu legen, was zu einer Abweichung vom Kalenderjahr und gegebenenfalls vom satzungsmäßig festgelegten Geschäftsjahr führt. Der BGH erlaubt es dem Verwalter, nach Eröffnung des Verfahrens ohne Beschlussfassung wieder zum satzungsmäßig festgelegten Stichtag Rechnung zu legen. Es reicht eine einfache Mitteilung an das Registergericht. Vor allem in den Fällen, in denen das satzungsmäßige Geschäftsjahr dem Kalenderjahr gleicht, ist dies eine Erleichterung sowohl für den Verwalter als auch für die Finanzverwaltung.

Das IDW hat sich außerdem deutlicher zur Frage nach der Einbeziehung in den Konzernabschluss positioniert. Bisher war in diesem Zusammenhang umstritten, ab wann der beherrschende Einfluss des Mutterunternehmens beschnitten ist. Nun wurde seitens des IDW klargestellt, dass bereits mit Insolvenzantragstellung eines Tochterunternehmens die Einbeziehung in den Konzernabschluss nicht mehr erforderlich ist, da die beherrschende Stellung des Mutterunternehmens hinter die Gläubigerinteressen zur bestmöglichen Befriedigung tritt. Im Falle der Insolvenz des Mutterunternehmens ist dagegen der Kreis der einzubeziehenden Unternehmen in den Konzernabschluss nicht eingeschränkt, die beherrschende Stellung des Mutterunternehmens wird durch dessen Insolvenz nicht beeinträchtigt.